16. Februar 2013

experiment - "bergfest"

zwischenbilanz am 15. tag:
...mein eigen durfte ich nennen, so einige zonen, in denen mir das pralle leben in die hände sprang. nun muß ich bewußt nachfassen, um diese körperhaltegriffe (manche nennen sie auch "rettungsringe") zu ergreifen. keine ahnung mit welchem "lebenskampf-gewicht" ich gestartet bin, es ist nicht wichtig.

für mich erstaunlich ist, dass ich immer noch dabei bin und dass ohne jedweden druck oder ein "müssen". es ist die blanke neugierde, was da wohl passieren mag, wenn ich es so mache, wie ich es mache und ob das auch wirklich geht, dieses grünzeug & co. zu essen.
das experiment ist zu einer entdeckungsreise geworden und jeden morgen, freue ich mich aufs neue auf das geräusch meines mixers und auf das was er mir da miteinander "verbunden" hat.
das schöne daran ist, ich habe zwar einen plan aber keinen detaillierten. der rahmen ist klar und dazwischen ist spielfeld!

die größte investitionen waren nuß- und mandelmus mit ca. 30 EUR und nüsse mit ca. 20 EUR. sie gehen jetzt zur neige und ich brauche nachschub. native öle hatte ich im vorrat. gemüse, obst, tofu und beilagen kommen ca. auf 60 EUR. alles im allen hat sich meine befürchtung nicht bestädigt, dass "es" mir die haare vom kopf frißt... ich würde sagen, dass ist der machbare einsatz an zutaten,  nach oben ist die skala natürlich offen.

wie ich gestern schon geschrieben habe, fehlen mir im moment jegliche gelüste auf die sonst lieb gewordenen genuß-füllkörper, d.h., ich muß es mir nicht vergneifen bzw. dagegen ankämpfen.
von anfang an stand für mich fest, dass ich zu genußtagen bereit bin, sprich, wenn ich eingeladen bin, dann nicht darauf zu bestehen: ich esse jetzt vegan und tut mir leid, dass kann ich nicht essen!
ich schaue was geht, denn es ist meine sache, der andere "kann ja nichts dafür", für meine vorliebe.
essen und essgewohnheiten sind eine sehr soziale und emotionale angelegenheit. ein gutes maß an akzeptanz, tolleranz und mitmenschlichkeit sind (wären) dabei eine gute basis.

so habe ich natürlich, eine einladung zum mittagessen erhalten (mein experiment war nicht bekannt) - mit viel geschick und liebe selbst gekocht. es gab rehfilet mit sellerie-kartoffelbrei und rotkohl.
ich stand nun vor der entscheidung, eine ausrede zu haben um nicht hinzugehen, das gericht abzulehnen, etwas selbst mitzubringen oder es freudig anzunehmen.
das letztere war es und es ist sehr leicht gefallen, als ich die begeisterung und freude sah, mit der dieses mahl zubereitet worden war. es hat fantastisch geschmeckt.
das essen ist mir sehr gut bekommen, ich habe es mit appetit und genuß gegessen. am tisch herrschte eine angenehme und wohltuende stimmung.

natürlich war ich gespannt, wie es sich "einfügen" wird.
ca. zwei stunden später, auf der heimfahrt bekam ich plötzlich hunger, meine gedanken kreisten ums essen. irgendetwas fehlte und wollte dazu, etwas süßes vielleicht? nach einer halben stunde hatte es sich wieder beruhigt, aber an diesem tag mußte ein abendessen sein: brokkoli. dann war alles wieder gut.
ich vermute, dass der rotkohl, der sehr gut schmeckte, mit der johannisbeerkonfitüre (zucker) "stress" machte...
trotzdem, ich habe es nicht bereut. essen (zuzubereiten) hat etwas mit liebe zu tun, zu anderen und zu sich selbst...

die nächste "prüfung" steht schon an. morgen geht es auf den fichtelberg mit halbpension... jippi! als die buchung stattfand war ich noch "normal"....

danke!

15. Februar 2013

experiment - tag 14

na, sie schreibt ja gar nichts mehr, bestimmt "rückfällig" geworden... und aufgehört (?)!
nein, ist und hat sie nicht!
... ich lebe noch und experimentiere tapfer weiter.

mhm, was soll ich sagen, es geht mir (unerwarteterweise) sehr gut damit. das frühstück klappt super, ist easy und geht sehr schnell. alle möglichen variationen mit obst (banane, mango, äpfel, clementinen, grapefruit) mit cashewmus, diversen gewürzen, mandeln in den kleinen magischen mixer und fertig ist das fruchtmus fürs amaranth. die fruchtzusammenstellung wähle ich nach appetit.
nur einmal ging es schief, da kam ich auf die idee, bio-kakao mit mango zu mischen. der lieben mango gab das den rest, sie verlor völlig ihren verhaltenen stil. bis dahin hatte  sie versucht mühsam eine geschmackliches angebot zu unterbreiten - vergebens. trotz bio, war es ihr wohl nicht vergönnt in wärmender sonne zu reifen ...und dann noch meine idee dazu... es war essbar, nur genuß ist etwas anderes.

mittags gibt es variationen mit gemüse (chinakohl, zucchini, tomaten, paprika, stangenporree u.a.) zu hirse, belugalinsen, mais-spirelli. zum anschmoren kommt schonend desodoriertes ungehärtetes kokosfett, aus dem reformhaus, in die pfanne (mag den nativen kokosgeschmack nicht immer und nicht zu jedem gericht), gewürze, wie curry, kräuter, knoblauch, tomatenmark, getrocknete tomaten usw. sorgen für abwechslung im geschmack. ach ja, den geräucherten tofu hätte ich fast vergessen. er ist für mich irgendwie gewöhnungsbedürftig, es ist leider noch nicht gelungen, dass wir uns in tiefer freundschaft zu einander hingezogen fühlen...

und abends gibt es nichts ... weil, keinen hunger!

es ist verrückt, meine mahlzeiten haben sich auf einen rhythmus von ca. 10:00 uhr und ca. 14:00 eingependelt. ich bin rundherum satt, zufrieden und habe nicht das gefühl, dass mir irgend etwas fehlt.

es ist nicht mehr die leiseste idee da, jetzt etwas essen zu müssen, oder wooooo ist die schokolade - ich komme! keine lust auf wurst oder fleisch, selbst meine heißgeliebten eier kann ich ganz gelassen anschauen und wir lassen uns in ruhe. 
sodbrennen ist auch weg. ...und die hose muß ich schon mal beim laufen hochziehen, sie will ihre eigenen wege gehen, darf sie aber nicht!
in den 14 tagen gab es winzig-kleine prüfsituatiönchen und interessante erfahrungen bzw. erkenntnisse. dazu später...